Kurzinfo Instandhaltung

Kurzinformation über die gesetzlichen Vorgaben zur Instandhaltung und Instandsetzung von Bauwerken

Es bestehen derzeit noch keine konkreten gesetzlichen Regelungen, die bestimmte Intervalle vorschreiben, in denen Bauwerke einer Kontrolle hinsichtlich der Standsicherheit und/oder Gebrauchstauglichkeit zu unterziehen sind. Die Bauherren sind dennoch für ihre Bauwerke verantwortlich und müssen diese in adäquaten Zeitabständen regelmäßig kontrollieren bzw. untersuchen. Sie haben die Aufgabe, im Rahmen der Instandhaltung für die Sicherheit ihres Bauwerks zu sorgen, und zwar nicht nur bei der Errichtung, sondern auch während der gesamten Lebens-/Nutzungsdauer des Bauwerks. Auf Grundlage der Kontrollen muss beurteilt werden, ob nach der jeweiligen Landesbauordnung neue Anforderungen an eine bauliche Anlage gestellt werden, „soweit dies zur Abwehr von Gefahren für Leben und Gesundheit … notwendig ist“. *1) Für diese gebäudespezifisch sehr vielschichtigen Aufgaben können externe Sachverständige herangezogen werden, die mit der Untersuchung und Beurteilung eines Bauwerks beauftragt werden.

Bei Bauwerken und Bauteilen aus Beton oder Stahlbeton wie beispielsweise Tiefgaragen, Hochhausfassaden, Hallenkonstruktionen, Industriebauwerken oder sonstigen Gebäuden wird die Untersuchung und Planung von Instandsetzungsmaßnahmen in der Instandsetzungsrichtlinie des deutschen Ausschusses für Stahlbeton geregelt, die durch die bauaufsichtliche Einführung im Jahre 2001 quasi Gesetzescharakter hat. Darin wird gefordert: „Mit der Beurteilung und Planung von Schutz- und Instandsetzungsmaßnahmen muss ein sachkundiger Planer beauftragt werden, der die erforderlichen besonderen Kenntnisse auf dem Gebiet von Schutz- und Instandsetzung bei Betonbauwerken hat.“ *2) Im Vorfeld einer Instandsetzungsplanung ist der Ist-Zustand eines Gebäudes zu ermitteln. Bei vorhandenen Mängeln oder Schäden sind die Ursachen von einem sachkundigen Planer schriftlich anzugeben.

„Neben der Übernahme der Richtlinie durch die einzelnen Bundesländer in die Liste eingeführter Technischer Baubestimmungen stellt sie über ihren Status als anerkannte Regel der Technik eine Vertragsgrundlage dar, unabhängig, ob der Vertrag nach VOB oder BGB geschlossen wird.“ *3) Folglich ist auch bei dem Abschluss eines Bauvertrags zwischen dem Bauherrn und der ausführenden Firma die Richtlinie zwangsläufig Vertragsbestandteil.

Ein Verstoß oder die Nichtbeachtung der Richtlinie kann nicht nur vertragliche, sondern eventuell auch rechtliche Konsequenzen zur Folge haben, ganz gleich, ob es sich dabei um die unterlassene Voruntersuchung eines instandsetzungsbedürftigen Bauwerks seitens des Bauherrn oder einen Verstoß durch den Auftragnehmer hinsichtlich der Ausführung handelt.

Somit ist der Bauherr verpflichtet für regelmäßige Kontrollen bzw. bei der Feststellung von Schäden oder Zweifeln an der Standsicherheit einen sachkundigen Planer für die Untersuchung und Beurteilung seines Bauwerks einzuschalten, sofern er nicht selbst über die notwendige Sachkenntnis verfügt.

Die weitere Vorgehensweise des Bauherrn und des Planers stellt sich wie folgt dar:

  • Feststellung und Dokumentation des Ist-Zustandes mit Angabe der Ursachen von vorliegenden Schäden oder Mängeln (sachkundiger Planer)
  • Beurteilung der Standsicherheit (sachkundiger Planer)
  • Festlegung des Sollzustandes (Bauherr/sachkundiger Planer)
  • Entwicklung eines Instandsetzungskonzeptes (sachkundiger Planer)
  • Erforderlichenfalls weitere Voruntersuchungen (sachkundiger Planer)
  • Erstellung der Ausschreibungsunterlagen (sachkundiger Planer)
  • Ausschreibung der Instandsetzungsarbeiten (Bauherr/sachkundiger Planer)
  • Objektüberwachung während der Ausführung der Instandsetzungsarbeiten durch eine qualifizierte Person (sachkundiger Planer)
  • Beauftragung eines geeigneten Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinators im Sinne der Baustellenverordnung durch den Bauherrn (Bauherr)

Die Einhaltung dieser Vorgehensweise führt zu einer qualitativen und für den Bauherrn wirtschaftlichen Instandsetzungsmaßnahme. Eine unzureichende oder unterlassene Voruntersuchung der vorhandenen Bausubstanz sowie eine nicht fachgerechte Planung und Überwachung einer Bauwerksinstandsetzung in der Ausführungsphase bringen in der Regel für alle Beteiligten massive Störungen im Bauablauf und für den Bauherrn kostenintensive und im Vorfeld vermeidbare Nachträge mit sich. Die entstehenden Kosten durch Nachträge infolge unvorhergesehener Mehrleistungen aufgrund mangelhafter oder fehlender Planung oder schlimmer noch, durch eine technisch falsche Instandsetzungsmaßnahme mit der Folge von zeitnah erneut auftretenden Schäden sind oftmals um ein vielfaches höher als die Kosten für Planungsleistungen. Durch die Planung und Überwachung eines sachkundigen Planers kann die Sicherheit der finanziellen Investitionen und eine erfolgreiche Instandsetzung in technischer Hinsicht gewährleistet werden.

Sollten Sie Fragen zu den o. g. Ausführungen oder Bedarf für unsere Dienstleistungen haben würden wir uns freuen, wenn Sie sich vertrauensvoll an die Testconsult Frankfurt am Main wenden.

*1) Hessische Bauordnung 2002

*2) DAfStb – Richtlinie für Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen in der Fassung 10/2001

*3) Dipl.-Ing. Hans Joachim Rosenwald – Die Instandsetzungsrichtlinie des DAfStb – Auswirkungen für Auftraggeber und Auftragnehmer